Dienstag, 29. März 2016

Aktuelle Alben: Cirith Gorgor - Visions Of Exalted Lucifer (Black Metal)

Veröffentlicht: 12.02.2016

"Heureka!", möchte man rufen, hört man sich das aktuelle Machwerk der niederländischen Band CIRITH GORGOR an. Endlich mal wieder ein klassisches Black Metal Album, das sehr zu gefallen weiß. Damit ist sofort gerechtfertigt, dass das Letzte bereits 5 Jahre zurück liegt. Gut Ding will schließlich Weile haben.

Auch wenn der Eröffnungssong Salvator noch ein wenig steif daher kommt und sehr nach Belphegor klingt, macht es spätestens mit dem zweiten Song, der auch namensgebend für das Album war, 'klick'. In bester 90er Schweden BM-Manier wird klirrend kalte Atmosphäre mit schönen Melodien kombiniert. Highspeed Blastbeats sind auch vorhanden und wirken dank gut plazierter Tempowechsel auch nie eintönig oder überladen.
Of Black Dimensions... ist quasi Teil eins des nächsten Songpaares. Langsam mit rückwärts-Lyrics eröffnet es im Grunde ... and Demonic Wisdom, ohne dabei Eigenständigkeit einzubüßen.
Genannter Teil zwei ist dagegen wieder schnell, kalt und kurzweilig wie alle Songs soweit.
Bei Wille zur Macht zeigt Sänger Satanael den Willen zur absoluten Perfektion in Sachen Gekeife. Hell yeah, der Mann gibt alles, seine Stimme schwankt zwischen Verzweiflung und Ekstase. Geiler Song. Rite of Purification - Vanished from this World startet mit tiefen, rauen Chorälen und so minimal verzerrten Gitarrenmelodien, dass epische Momente in Abwechslung mit Midtempo-Passagen einen Song entstehen lassen, der darauf wartet live gespielt zu werden. Mit zunehmender Spielzeit variieren auch die Tempi und machen letztendlich den bisher besten Song aus dem Stück, der mit einem bekannten Satz aus der Bhagavad Gita, zitiert von Robert Oppenheimer, endet. Nicht ganz zu Unrecht.
Der letzte Song Into the nameless void ist so ein bisschen die Schnittmenge aus dem gesamten Album und enthält viele bereits aufgetauchte Elemente, ist zwar weniger einzigartig, aber dennoch mit Wiedererkennungswert. Guter Abschluss.

Fazit: Hier wird weder das Rad neu erfunden, noch schaffen es CIRITH GORGOR eine eigene Note in diesem Sub-Genre zu kreieren, aber das Album ist ein Paradebeispiel für guten Black Metal. Für Freunde von Dissection, Unanimated oder (alten) Dark Funeral ist VISIONS OF EXALTED LUCIFER eine Freude. Fehlt nur noch das Necrolord Cover. Allerdings sind die Jungs ja aus der Provinz Limburg, da darf auch ein buntes Artwork her. Und das ist ein Großartiges. Vielleicht ist das die eigene Note der Band. Auf jeden Fall haben sie Eindruck hinterlassen, auch dank einer Top-Produktion, die genau zur Musik passt. Nicht  zu räudig, nicht überproduziert. Fein gemacht.

Bewertung: 9 von 10 Punkten



Mittwoch, 16. März 2016

Aktuelle Alben: Conan - Revengeance

Da hat doch jemand den Dübel aus der Hand gelegt und zur Flasche gegriffen!
Mit REVENGEANCE setzen CONAN erneut einen Fuß „durch“ die Tür, nur haben die Briten dieses Mal davon abgesehen den selben Song sechsmal neu zu schreiben. Das ist eigentlich ziemlich schade, denn ich wäre mit dem altbekannten wabbernde Fuzzgomorra schon vollends zufrieden. Hätte mir damals jemand gesagt, dass Conan irgendwann Blastbeats spielen hätte ich wahrscheinlich meine Zunge verschluckt, aber tatsächlich beginnt der Titeltrack eben so. 
Wie das ganze klanglich umgesetzt wurde ist schonmal ein wichtiger Punkt, den man der Platte zugute halten muss: Diese Ampgeburten der Hölle auf Band zu nageln gestaltet sich in etwa so leicht wie eine Parklücke für einen Sattelschlepper zu finden oder seinen Teller Sternchensuppe mit einem Kantholz umzurühren, allerdings ist das den Jungs auch bei (relativ) zügigen Midtempo-Walzen  enorm gut gelungen.
Neu bei REVENGEANCE ist auf jeden Fall diese heiße Wut, die sich kolossal nach vorne krustet. Hier gibt es weniger schwarze Masse, die sich auf die THC geschwächte Brust seiner Opfer legt, sondern eher einen Aufruf mit Bier zu werfen und Autospiegel abzutreten. Aber keine Sorge, stumpf schieben können CONAN immer noch.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten

Dienstag, 8. März 2016

Duell: Sea Witch vs. SeaWitch (Doom Metal aus Kanada vs. US-Doom Metal)

Was kommt dabei heraus, wenn der fanatische AHAB-Anhänger auf Suche nach vergleichbarer Musik geht? Man findet Bands gleichen Namens mit ähnlicher Stilrichtung, die man im Grunde nur gefunden hat, weil man ein Shirt gesucht hat. Die erspähten Bands waren dann aber zu gut um unerwähnt zu bleiben, also kam die Idee mit dem Vergleich auf, woraus dann, der dramatischen Rhetorik wegen, ein Duell werden musste. Also bitte ich um Aufmerksamkeit für SEA WITCH (Can) die sich jetzt mit SEAWITCH (USA) messen werden:


SEA WITCH (Can) - The Blackened Sea (Doom/Death/Black Metal)

Veröffentlicht: 28.04.2015

Das rein instrumentale Album der Kanadier ist etwas für Freunde von Omega Massif, zumindest was die Gitarrenwände angeht, denn die schieben den Hörer langsam vor sich her und geleiten von Stück zu Stück, dabei ist die Band aber längst nicht so variabel wie die ehemalige Deutsche Doom Institution. Das könnte vielleicht daran liegen, dass sich bei SEA WITCH nur 2 Protagonisten am Werk sind, nämlich Gitarrist/Bassist und (auf anderen Veröffentlichungen) auch Sänger Justin sowie Schlagzeugerin Sarah Jean. Ergo gibt's hier auch weniger künstlerischen Input. Trotzdem erzeugen die beiden eine wunderbar entspannte Atmosphäre und kreieren in seiner Gesamtheit Musik, die den Wohlfühlfaktor nach oben schraubt. Dazu gibt es die sehr passenden Holzstichbilder für jeden einzelnen  Song, die, wie das Front Cover (das übrigens im Original von Gustav Doré stammt), ziemlich genau die Stimmung visuell wiedergeben. Ein schönes Gesamtkunstwerk, dieses Album.



VS.


SEAWITCH (US) - Behold the ancients (Doom Metal/Sludge)

Veröffentlicht: 12.06.2015

Als erstes punkten SEAWITCH aus der Country-Hauptstadt Nashville mit Gesang à la Cronos. Ist vielleicht kein Zufall, dass einer der Songs so heißt. Sicher, alles ist 'nen Zacken langsamer, aber wer Venom wirklich kennt, wird hier schnell Parallelen entdecken. Dagegen steht, dass die Amis musikalisch zwar ordentlich walzen, aber die Riffs, Rhythmen und Beats doch deutlich simpler ausfallen als erwartet. Allerdings wurde nicht an Verzerrung gespart und deswegen drückt das ganze Album den Hörer doch gut in die Knie, so heavy sind die Gitarren. Bei Kronos wird zum Schluss noch mal gezeigt, dass man nicht ganz so einfach gestrickt ist wie gedacht und ein paar weitere Effekte werden mit ins Spiel gebracht. Schönes Ding, das Album, auch wenn die Instrumente nicht immer ganz richtig gestimmt klingen.



Fazit: Die Idee beinhaltete eigentlich auch einen Sieger des Duells, aber beide Bands haben es mir nicht leicht gemacht. Die Kanadier punkten mit Atmosphäre, musikalischen Fähigkeiten und toller Illustration des Albums, die Jungs aus Tennessee ziehen mit großartigem Gesang und unglaublicher Heaviness, sowie der etwas kurzweiligeren Mukke gleich. Ich kann mich nicht dazu durchringen eines der Alben besser zu bewerten, also müssen wohl demnächst weitere Duelle vergleichbarer Kapellen her, bei dem dann die eine oder andere Band den kürzeren ziehen muss. Auf Leben und Tod sozusagen.

Bewertung:
The Blackened Sea - 8 von 10 Punkten
Behold the ancients - 8 von 10 Punkten


P.S.:  Wer diese Alben auf CD findet und mir verkaufen will, kontaktiere mich bitte, ich konnte nur Bandcamp Downloads erwerben.


Dienstag, 1. März 2016

Demos, EPs & Co.: Craving - Wielder of Storms (EP, Black/Folk Metal)

Veröffentlicht: 19.02.2016

CRAVING aus Oldenburg diesmal also. Wieso? In Ermangelung eines Konzertberichts der Tour, die der Autor ausnahmsweise mal nicht wegen Trunkenheit im Saal vergessen, sondern wegen Krankheit verpasst hat, soll wenigstens der für die Tour namesgebende Tonträger Gehör finden.

WIELDER OF STORMS muss ich zweilei betrachten. Objektiv kommt das Ding ganz gut an, subjektiv ist der Folkanteil nicht meins. Ich versuchs mal mit der goldenen Mitte: Der Opener und Titeltrack wartet gleich mit fröhlicher Tanzmelodie auf, die aber glücklicherweise von Gitarren kommt. Auf Keyboards verzichtet die Band dankenswerterweise. Es tackert das Schlagzeug in amtlicher Geschwindigkeit und wären dann nicht die epischen Klar- und Chorgesänge wäre das Lied tatsächlich ein gutes.
Auch bei Storm I - Torn apart und Storm II - Among the stars ist erstmal das Black Metal Grundgerüst positiv zu erwähnen, wobei das extrem getriggerte Schlagzeug in den schnellen Parts doch arg unnatürlich klingt. Leider gibt es unter den 4 Songs keinen der ohne das epische Gehabe auskommt und einfach mal nur straight dem schwarzen Stahl huldigt. Es kommt mir ein bisschen vor wie Mitsing-Stadionrock Vocals gemixt mit Black Metal und Melodien, die die nacke Brust schwellen lassen müssen.
Der letzte Song, Wenn der Wind sich dreht, legt da nochmal einen drauf. Auf einigen Partys mag das bestimmt zu später Stunde die ideale Musik sein um sich in den Armen zu liegen, zu irgendwas das Glas (oder in dem Falle das Horn) zu heben und auf Bruderschaft zu trinken, aber zuhause vor der heimischen Anlage lässt mich das recht kalt.

Fazit: Für Freunde des Folk und Pagan (Black) Metal ist die Scheibe definitiv ein Anspieltipp, gut produziert und nicht mit allzu nervigen Kindermelodien gespickt, wie das ja in dem Genre gerne mal der Fall ist, aber als Verfechter ursprünglicheren Black Metals ist mit das zu fröhlich. Die Produktion kann was, die Riffs eigentlich auch. Die Punktzahl spiegelt letztendlich aber nur meinen persönlichen Geschmack wieder.

Bewertung: 4 von 10 Punkten


Anmerkung: Das Video ist von CRAVINGs Album AT DAWN und ist hier eingefügt weil zur EP keine offiziellen Songs online zu hören sind.

Sonntag, 21. Februar 2016

Aktuelle Alben: Obscura - Akróasis (Progressive Death Metal)

Veröffentlicht: 05.02.2016

Spinn ich oder was passiert hier? OBSCURA lassen ein schieres Monster von Album auf uns los. 5 Jahre sind seit dem letzten vergangen, von dessen Besetzung nur noch Bandkopf Steffen Kummerer übrig ist. Bassist Linus Klausenitzer war immerhin schon für die Coversongs auf der Compilation "Illegimitation" verantwortlich, aber Rafael Trujillo (g.) und Sebastian Lanser (dr.) zeigen erst auf diesem Album dass sie zu Obscura passen wie der berühmte Arsch auf den Eimer.

Beginnend mit Sermon of the seven suns offenbart sich auf AKRÓASIS ein Freudenfest für Fans progressiver Töne, Death Metal Maniacs und Liebhaber glasklarer Produktionen. Musik dieser Komplexität hat den Anspruch, dass kein Instrument überhört werden sollte und dessen werden OBSCURA absolut gerecht. Der Gesang von Mastermind Kummerer (der sich auch für Thulcandra verantwortlich zeichnet) ist universell einsetzbar, er pendelt ja irgendwo zwischen Death und Black Metal, aber bei The Monist zeigt er dass er auch Brutal Death Metal kann. Gleichzeitig sind auch die elektronisch verzerrten Choräle wieder dabei und zu guter Letzt wird noch eine Schaufel Jazz draufgepackt. Herrlich entspannend und vorwärtstreibend zugleich.
Der Titeltrack ballert freudig nach vorne wie ein futuristisches Maschinengewehr und nehmen die letzten Ängste von jenen, die befürchtet haben, dass die Band im Laufe der Zeit an Härte verlieren könnte. Nichtsdestotrotz haben viele der Songs sehr gefühlvolle Momente die nicht nur mit Gitarrengeklimper zu dem werden, sondern auch durch das allzeit präsente, sehr warme, Bassspiel.
Nächster Paukenschlag ist Ode to the sun. Walzt wie Bolt Thrower, bläst wie späte Gorefest und ist majestätisch wie eine Oper. Tatsächlich ist auf dem Album kein schlechter Song, keiner der langweilt und keiner der bei mir nicht zündet. Perpetual Infinity weißt Ähnlichkeiten mit Death auf und Weltseele ist ein Meisterwerk im Meisterwerk. Das 15-Minuten-Epos ist so stark, es sollte einen Film geben, dessen Soundtrack dieses Lied ist, gelingt es den Jungs doch tatsächlich Orchester und Blastbeat perfekt zu kombinieren ohne dass es auch nur einmal unpassend, langweilig oder überladen klingt. Absolut monumental.
The origin of primal expression ist dann ein Intrumental komplett ohne Schlagzeug, dass das Album schön ausklingen lässt und Zeit gibt, wieder ein bisschen runterzukommen, nach dem Höhenflug, den man gerade erlebt hat.

Fazit:
Dass sich die Band mit Album Nr. 4 nochmal steigern können hätte ich nicht gedacht. Schon die Vorgängeralben waren Musik unvergleichbarer Qualität, aber auf AKRÓASIS haben OBSCURA vom Songwriting her nochmal zugelegt. Zudem diese Ausnahmemusiker auf jeder Position und eine Produktion wie ich sie besser kaum kenne. Defintiv ein Album was unter die besten des Jahres kommen wird. Kaufen!

Bewertung: 10 von 10 Punkten



OBSCURA - "Akroasis" (Official Music Video) von RelapseRecords

Donnerstag, 18. Februar 2016

Demos, EPs & Co.: Nefirum - Prelude to the cataclysm (EP, Black Metal)

Veröffentlicht: 01.11.2015

Da ja kleinere Veröffentlichungen am Anfang von Bandkarrieren essenziell für Band und Untergrundnerds sind, wird dem hier jetzt der wohlverdiente Platz eingeräumt.


NEFIRUM aus Kansas City waren eine erfreuliche Überraschung für mich. In einer Gegend, in der hauptsächlich Brutal Death Metal zum Besten gegeben wird hat die Band live alles geboten, was eine Black Metal Show braucht: Kalter Schwarzmetall mit Unwohlfühlfaktor, Leichenschminke, keine Emotionen außer Hass und ein sehr kleines Publikum, das allerhöchstens mal zustimmend nickt, sich sonst aber nicht anmerken lässt, dass es das gleiche empfindet wie die Band. Top. Da war klar, dass ich deren EP brauche bevor alle 100 Kopien verkauft sind und die Band damit dann quasi dem Mainstream zuzurechnen ist. Da sich die Scheibe zu dem Zeitpunkt aber noch 2 Wochen vor dem Veröffentlichungstermin befand und die Band selber auch noch keine greifbaren Versionen besaß, musste ich dann wohl notgedrungen zu späterem Zeitpunkt aus der Heimat ordern. Auf den physikalischen Tonträger warte ich immer noch, aber Bandcamp liefert ja zum Glück die digitale Version (inkl. Cover!) gleich mit. Toll, was es heutzutage alles gibt.

Der Grund, warum ich trotzdem meinen Kommentar dazu abgebe, obwohl ich noch keine CD habe, ist einfach der, dass die EP rundum gut ist. Man merkt sofort, dass die Jungs viel Watain und Marduk gehört haben und auch sonst (schwedischem) Black Metal nicht abgeneigt sind. Eine rohe Produktion auf der trotzdem alle Instrumente klar rauszuhören sind und ein Sänger der skandinavischen Vorbildern nichts nachsteht. Im Grunde machen sie das, was ich bei vielen hiesigen Bands vermisse: Authentischer Black Metal mit wiedererkennbaren Songs. Das einzige was noch zur vollen Punktzahl fehlt wäre ein Rhythmus-/Lead-Gitarrenprinzip, dass sich bei zwei Klampfen ja irgendwie anbietet. Der Mangel dessen tut der Musik jedoch keinen Abbruch und die Band hat ja bis auf ein digitales Demo zuvor auch zuvor noch nichts veröffentlicht. Luft nach oben gibt es ja fast immer.

Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass NEFIRUM bald ein komplettes Album veröffentlichen. Bis dahin bleibt mein Anspieltipp für Undergroundfans PRELUDE TO THE CATAKLYSM.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

>Nefirum auf Bandcamp anhören<

Donnerstag, 4. Februar 2016

Aktuelle Alben: Master - An Epiphany Of Hate (Death Metal)

Veröffentlicht seit: 29.01.2016

MASTER sind ja gewissermaßen die Motörhead des Death Metal: Fester Sound, keine Experimente, Kultfigur an Bass und Mikro sowie ordentlich Rock'n'Roll und Eat-the-rich-Attitüde.
Und da, meiner Meinung nach, Paul Speckmann damals nichts besseres hätte tun können, als nach Tschechien auszuwandern und die Band von dort aus mit Zdeněk (dr.) und Alex (g.) weiterzubetreiben, erfreut es mich immer wieder, wie konstant und vor allem konstant gut MASTER uns Alben schönsten Todesstahls servieren. Seit "Spirit of the West" gibt es eh nur noch drei Arten von Master Alben: gute, sehr gute und exzellente (also 9, 9.5 oder 10 von 10 Punkten). So auch diesmal.

Die ersten drei Tracks sind alles zukünftige Live Brecher: Subdue the politician kommt mit schöner Melodie im Eröffnungsriff und zeigt sofort, dass es weitergeht wie immer. Bäm!
Fiction soon becomes reality ist stimmlich so abgefahren, dass man sich fragt ob der Meister bei den Aufnahmen vielleicht strackevoll war, denn er kotzt und lallt so unverständlich ins Mikro, dass man ohne Text in der Hand kein Wort versteht. Tolles Lied, auch dank der Hooklines im Refrain.
So gehts munter weiter und der erste nur mittelmäßige Track ist Nr. 5, Just take my right arm, was dann aber direkt danach mit dem großartigen Titelsong wieder ausgeglichen wird. Auch It's clearly eden und The people of the damned zünden sofort, wobei letzterer mit den eröffnenden, wabernden Gitarren noch eine leichte psychedelische Note versprüht. Für MASTER-Verhältnisse jedenfalls. Senses all will be controlled ist nochmal ein kleines Füllerchen und danach endet die normale Version des Albums mit Red Alert, das nochmal ordentlich den Kopf nicken lässt und extrem vor sich her treibt.

Diese Seite wäre allerdings nicht 'whorship' genug, wenn sich der Autor mit der normalen Version des Albums begnügt hätte und so komme ich dann in den Genuß der beiden (noch) unbetitelten Bonustracks, die definitiv den Kauf der limitierten Edition wert sind. Nr. 11 ist mit ohrwurmartiger Melodie und jede Menge Groove ausgestattet, Nr. 12 hat so ein bisschen was punkiges, nur eingängiger und im Gedächtnis langlebiger.

Insgesamt gibt es für mich nur zu bemängeln, dass das Schlagzeug nicht besonders abwechslungsreich ist, was zwar oft dem Songwriting geschuldet ist, aber von Herrn Pradlovský auch trotzdem schon mal besser gelöst wurde (siehe Titeltrack auf "Slaves to Society" von 2007).

Fazit: Auch wenn AN EPIPHANY OF HATE nicht bei jedem in der ersten Runde zünden wird, ist es ein Pflichtkauf für MASTER Fans und eine dringende Kaufempfehlung an alle anderen Death Metal Jünger. Es ist kein neues "Spirit of the West" oder bereits erwähntes "Slaves..." aber wirklich ein sehr gutes(!) MASTER Album.

9,5 von 10 Punkten.